Historischer Rundgang Ochsenbach / Spielbach

Neben der reichhaltigen Geschichtspräsentation im Stadtmuseum, haben Sie auch die Möglichkeit alle Stadtteile auf Historischen Rundgängen zu erkunden. 

Beschreibung des Rundgangs

Die erste urkundliche Erwähnung Ochsenbachs stammt von 1290. Am 1.1.1973 wurde Ochsenbach Teil der Stadt Sachsenheim. Das Ortsbild wird geprägt von der Dorfstraße mit meist giebelständigen Fachwerkhäusern des 16.-18.Jahrhunderts. Die Straße wurde 1990 neu gestaltet.

 

1. Rathaus (Mutzigstr. 2)
Giebelständiger Fachwerkbau mit Dachreiter. Erbaut 1727 als Schulhaus. Seit 1793 Rathaus.

 

2. Fachwerk-Wohnhaus (Dorfstr. 41)
Fachwerk-Wohnhaus von 1559. Seitlicher Fachwerkausbau im 19. Jahrhundert. Im Giebel an der Hofseite wurde 1902 ein Arm des "Kibannele" (Statue der Göttin Kybele beim Kirbachhof) eingemauert.

 

3. Ehemalige Schmiede (Dorfstr. 41)
Traufständiges Fachwerk-Laubenhaus von 1838 mit Holzstützen.

 

4. Ehemaliges Schulhaus (Dorfstr. 29/31)
Fachwerk-Doppelhaus von 1793. Schulhaus bis 1971, seither ist die Kirbachschule Hohenhaslach die Grund- und Hauptschule für alle Gemeinden des Kirbachtales.

 

5. Ehemaliges Pfarrhaus (Dorfstr. 21)
Giebelständiger Putzbau aus dem 18. Jahrhundert mit Krüppelwalmdach und Rundbogen-Kellertor. Das Gebäude diente bis 1966 als Pfarrhaus.

 

6. Kelter (Dorfstr. 17)
Der stattliche Fachwerk-Einraum wurde um 1730 erbaut und zeigt architektonische Ähnlichkeiten mit der Kelter in Hohenhaslach.

 

7. Evangelische Pfarrkirche "Unserer lieben Frau"
Wurde um 1290 erbaut, ursprünglich als Wehrkirche angelegt und von mit einem Wassergraben umgeben, über den eine Brücke führte. Im Inneren gotische Fresken von 1430, Kanzel von 1569, Orgelprospekt und Kruzifix aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Mehrere Grabplatten adeliger Familien aus dem 17. Jahrhundert.

 

8. Ehemalige Zehntscheuer (Dorfstr. 10)
Im Volksmund "Kaserne". Fachwerkhaus mit profilierten Schwellen und Konsolen aus dem 17. Jahrhundert. Seitlicher Rundbogen-Kellereingang. Rückseitig wurde im 18. Jahr-hundert ein Fachwerk-Wohnstallhaus angebaut.

 

9. Kirbachhof
1360 als Propstei des Benediktinerstifts Odenheim gegründet, später Zisterzienserinnenkloster. 1562, in der Zeit der Reformation, wurde ein Teil des Klostergebäudes Amtssitz eines Forstmeisters, ein anderer Teil württembergisches Hofgut. 1664 Errichtung eines Tiergartens durch Herzog Eberhard III., 1666 Bau eines Jagdschlosses ca. 200m östlich von hier an der Straße nach Ochsenbach. Herzog Karl Eugen ließ das Schloss 1750 – vermutlich nach einem Brand – abbrechen.
In dem ebenfalls im 17. Jahrhundert angelegten Teich am Kirbach das "Kibannele", eine Statue der antiken Fruchtbarkeitsgöttin Kybele oder der römischen Jagdgöttin Diana.

 

10. Bromberger Mühle
Genannt nach dem ehemaligen Schloss Bromberg, das auf dem Hügel am Fuß des Baiselsberg lag. Die Mühle wurde 1610 erbaut. Bemerkenswertes Zierfachwerk. Das oberschlächtige Wasserrad (siehe Foto rechts), erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist mit 9,10 m Durchmesser eines der größten in Deutschland. 1984 wurde es restauriert.
Erstmals im Jahre 1161 als Besitz des Klosters Odenheim bei Bruchsal erwähnt. Über die Grafen von Vaihingen gelangte der Ort 1356 in württembergische Hand (Graf Eberhard der Greiner) und gehörte bis 1807 zum Amt Güglingen, ab 1808 zum Oberamt Bracken-heim, 1938-1972 zum Kreis Vaihingen/Enz. Seit 1948 besteht eine gemeinsame Verwal-tung mit Ochsenbach. Am 1.1.1973 kam Spielberg zur Stadt Sachsenheim.

 

11. Sulzbrunnen
Die Quelle wurde schon 1356 im Lagerbuch des Klosters Bebenhausen erwähnt. Wegen ihres hohen Gehalts an Mineralstoffen wurde jedoch noch im 19. Jahrhundert festgestellt, dass sie zur örtlichen Wasserversorgung unbrauchbar sei. Erst in neuester Zeit erkannte man ihre Bedeutung als Mineralquelle. Die Verwertung erfolgt seit 1932.

 

12. Standort der ehemaligen Kirche
Das mittelalterliche Kirchlein St. Wendel wurde um 1690 im Pfälzischen Erbfolgekrieg zer-stört. Nach dem Versuch einer Restaurierung im 18. Jahrhundert wurde es 1799 wegen Baufälligkeit abgerissen.

 

13. Ehemaliges Haus der Gustav-Werner-Stiftung (Herzog-Ulrich-Str. 10)
In diesem Haus war 1858-73 eine Filiale der Wernerschen Anstalten (Reutlingen) unter-gebracht. Durch diese karitative Einrichtung konnten auch ortsansässige Heimarbeit erhal-ten. Gefertigt wurden Textilwaren. Der Hauseingang wurde 1948 neu gestaltet.

 

14. Fachwerk-Wohnhaus (Herzog-Ulrich-Str. 11)
Erbaut im 16./17. Jahrhundert. Wie an der Giebelseite erkennbar, wurde das Haus mehr-mals umgebaut. Davor stand einer der beiden Dorfbrunnen. Ältestes Haus in Spielberg.

 

15. Ehemaliges Schul- und Rathaus (Herzog-Ulrich-Str. 25)
Erbaut 1841. Traufständiger Putzbau mit Mittelrisalit. Bis zur Eröffnung der Kirbachschule in Hohenhaslach im Jahre 1971 wurde hier unterrichtet. Heute Verwaltungsstelle (siehe Foto rechts).