Historischer Rundgang Großsachsenheim

Neben der reichhaltigen Geschichtspräsentation im Stadtmuseum, haben Sie auch die Möglichkeit alle Stadtteile auf Historischen Rundgängen zu erkunden. 

Beschreibung Historischer Rundgang

1. Evangelische Stadtkirche St. Fabian und Sebastian
Ummauerte Wehrkirche, urkundlich erstmals erwähnt am 24. Juli 1265.

 

2. Wehrturm
Der Wehrturm ist Teil der alten Befestigung der Wehrkirche. (Großsachsenheim hatte keine komplette Stadtmauer.) Bis ca. 1962 wurde er als Ortsgefängnis benutzt.

 

4. Haus Hartin
Hartin bekleidete Ende des 17. Jahrhunderts das Amt des Herrenküfers, dem der Bannkeller unterstand (siehe Nr. 24). Über dem Renaissanceportal ist folgende Inschrift zu erkennen:

Johannes Hartin der Zeit Heren Kiefer
A(nn)a Lisbeda Hartin
Die Hause(fra)w 1698

 

5. Alte Meierei (Hauptstr. 28)
Ehemaliger Lehenshof der Herren von Sachsenheim mit Datierung von 1446 (Inschrift erneuert). Seit 1759 ist die alte Meierei in Privatbesitz.

 

8. Villa Offner (Weststr. 6)
1888/89 erbauter Backsteinbau mit Sandsteinverzierungen in klassizistischen Formen. Kutscherhaus rechts neben der Villa. Parkanlage mit zwei kleinen Sitzgrotten und einer größeren, dem Barock nachempfundenen Grotte.

 

9. Bahnhofsgebäude
Massivbau mit Fachwerkaufsatz. Erbaut um 1860. Gegenüber der Bahnhofstraße stand das Gebäude der bis 1956 bestehenden Bahnmeisterei, das 1965 abgerissen wurde. Es war auf dem Platz der früheren Wette (Ententeich) erstellt worden. Das Fundament musste daher mit Pfählen befestigt werden.

10. Ehemalige Kastkellerei und Fruchtkasten
Der lang gestreckte zweigeschossige Bau aus dem 16./17. Jahrhundert grenzt den äußeren Schlosshof ab. Staffelgiebel mit vorgelegtem Treppenturm. Hier befanden sich früher Kastkellerei und Fruchtkasten sowie die Wohnung des Kastenpflegers. Der vordere Teil ist seit 1828 eine Apotheke.

 

11. Wasserschloss
Ersterbauung im 14. Jahrhundert, abgebrannt 1542 (Sage vom Klopferle). 1544 durch Reinhard von Sachsenheim im Renaissancestil neu aufgebaut (mehrere Figuren an der Außenfassade). Nach dem Aussterben der Sachsenheimer ab 1561 im Besitz des Hauses Württemberg, Seit 1828 im Privatbesitz. 1952 von der Stadt Großsachsenheim erworben. Seit 1962 Rathaus.
Links am Toreingang die Figur des Schlossgeistes Klopferle (siehe Link). Die Inschrift des Toreingangs lautet:

 

Als man zalt 1542 ich sag
Im mercz 28 tag
Nach mitag in der 1. stun
Ist dises schlos verbrunen in grund
Durch ainer altenn magt on fleys
mit seinem schaden wurt manher weys.
Als man wardt 1544
Tha renhart von sachsenhain
etlich baumaister erwelen
Auff disen placz ain neuwe bauw zu
beratschlagenn und hat mit seiner
hand den ersten nagel geschlage
den 17 tag vir war des herbst mons
in obgemelten jar 1544

 

12. Teehaus
Gebäude mit Walmdach. Datiert 1629.

 

13. Gartenhaus
Erbaut 1908 durch Freiin von Koenig-Fachsenfeld als Landfrauenschule. 1953 von der Stadt Großsachsenheim erworben. Heute Kindergarten. Links hinter dem Gebäude alter Torbogen (früher Einfahrt zum äußeren Schlosshof).

 

14. Renaissance-Torbogen
Ehemals Einfahrt zum Schlosspark, datiert 1542. Inschrift: "Das Wort des Herrn bleibet in Ewigkeit". Inschriftstein erneuert.

 

15. Lichtenstern-Gymnasium
Erbaut 1912/13 als Landfrauenschule von Reg.-Baumeister Schlösser, Stuttgart, in barockisierenden Stil mit Mansardenwalmdach und Rund-Mittelrisalit. 1954 von der Württem-bergischen Evangelischen Landeskirche erworben. Seither kirchliches Gymnasium (ursprünglicher Sitz in Lichtenstern, Kreis Heilbronn).

 

16. Ehemalige Kelter (Egartenhof 2)
Verputzter Bau mit Krüppelwalmdach. Über dem Torbogen die Jahreszahl 1596.

 

17. Ehemaliges Herrenhaus (Egartenhof 4)
Über dem Torbogen die Jahreszahl 1571. An einem Fenstersturz an der Südwestecke der Giebelseite eine Inschrifttafel des Sachsenheimer Vogts Johann Rösslin (1570–74):

Als man zalt 1571 Jar
hat Johann Rösslin Vogt zu Sachsene fir war
disen baw angefangen und also vollenndt
gott geb unns allen ein selig end amen.

 

18. Ruine Altsachsenheim
Erbaut im 13. Jahrhundert als Stammsitz der Herren von Sachsenheim. Um 1430 kam sie in Besitz der Herren von Nippenburg. Das Kiesersche Forstkartenwerk von 1685 zeigt sie als Ruine "Eyßenburg".

 

19. Türmle (Auch Mäuseturm, von Maut = Zoll)
Steinbau, im 16. Jahrhundert renoviert (Jahreszahl 1574). 
Früher Beobachtungsposten mit Sichtkontakt zur alten Burg. Später Schutzposten für den Postweg von der Oberamtsstadt Markgröningen zur Amtsstadt Sachsenheim. Im Erdgeschoß Schießscharten. Wendeltreppe zum Obergeschoss.

 

19a. Radschuhstein
Historischer Wegweiser.

 

20. Friedhof
1714 an dieser Stelle angelegt (zuvor bei der Stadtkirche). Beachtenswertes schmiedeeisernes Tor. Grabmäler der ehemaligen Schlossbesitzer General von Misani (gest. 1845) und Freiherr von Roeder. In der Mitte Denkmal von 9 Soldaten aus dem deutsch – französischen Krieg 1870/71. Sie verstarben im Schloss, das damals vorübergehend als Lazarett diente.

 

21. Ehemaliges Gasthaus "Zum Ochsen" (Hauptstr. 6)
Seit dem 30jährigen Krieg als Gasthaus und Metzgerei nachweisbar. 1914 wurde der Betrieb aufgegeben. Früher mit Giebelseite zur Straße. Beim Umbau 1801 wurde der Giebel zur Westseite verlegt. Rechts stand das Bietigheimer Tor, das Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde.

 

22. Neue Meierei (Hauptstr. 3)
Erbaut unter Vogt Johann Schill (1711–42). Seine Initialen IGSV sind an der Giebelseite im württembergischen Wappen in einem Rundmedaillon von 1714 zu sehen. Am Westeingang das Schäferzunftzeichen mit der Jahreszahl 1775. Als Nachfolger der alten Meierei bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts in Betrieb.

 

23. Peter-und-Paul-Pfründhaus (Obere Str. 13)
Zweigeschossiger Fachwerkbau. Von 1592–1872 evangelisches Pfarrhaus, danach von der Stadt aufgekauft und bis 1950 als Schule genutzt.

 

24. Bannkeller (Obere Str. 31)
Eingang zum ca. 30 x 10 m großen Gewölbekeller der Sachsenheimer Vogtei, der vom Herrenküfer verwaltet wurde. Im Torbogen das württembergische Wappen mit der Jahreszahl 1614. Es bestand ein unterirdischer Verbindungsgang zur gegenüberliegenden Vogtei, dem heutigen Pfarrhaus.

 

25. Ehemalige Vogtei (heute Pfarrhaus)
Vermutlich als Wohnsitz eines Angehörigen des Ortsadels erbaut. 1473 durch Hans von Sachsenheim neu- oder umgebaut (Jahreszahl am Hauseingang im Innenhof). An der Südseite die Wappen von Sachsenheim und Neipperg sowie die Inschrift:

 

got geb de(n) sine (Sohne?) die nach mir hine (hier wohnen)
D(a)z ich werd find gnad by maria kind
Hans von Sachssenheim, 1493.

Seit 1562 als Vogtei nachweisbar, seit 1752 Stadtschreiberei. 1872 vom Land Württemberg gekauft, seither Pfarrhaus.