Im Tal zwischen den Höhen des Strombergs und des Schlierkopfs liegt idyllisch das dörflich geprägte Häfnerhaslach. Fachwerkgebäude und verwinkelte Gassen bestimmen den Ort, der sich an der Württembergischen Weinstraße entlang hinauf bis zum Heiligenbergsee auf rund 375 Metern Höhe zieht. Dieses Rückhaltebecken und Fischgewässer ist überwiegend von Wald umgeben und liegt als beliebtes Ausflugsziel direkt neben dem örtlichen Sport- und Freizeitzentrum. Vom Heiligenbergsee aus führen viele reizvolle Wanderwege mitten hinein in den Naturpark Stromberg-Heuchelberg.
Unterhalb des Heiligenbergsees liegen die sonnenverwöhnten Reblagen von Häfnerhaslach, an denen edle Weine gedeihen, die sich in den gemütlichen Besenwirtschaften vor Ort kosten lassen. Wahrzeichen Häfnerhaslachs ist die höher gelegene Heilige Remigiuskirche mit ihrem von einem vierseitigen Zeltdach bedeckten Turm. Um die Kirche herum gruppieren sich die historisch bedeutsamen Gebäude wie das einstige Rathaus und die heutige Verwaltungsstelle, das Pfarrhaus oder die altehrwürdige Kelter. Das pittoreske Ortsbilds Häfnerhaslachs wurde im Jahr 1995 beim Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ mit einer Silbermedaille prämiert.
Doch nicht nur als Ausflugsziel ist der von Wald, Weinbergen, Streuobstwiesen und landwirtschaftlich genutzten Feld- und Ackerflächen umgebene Kirbachtalort beliebt, sondern auch als Wohnstandort. Zu den bestehenden Wohngebieten „Gallenmichel“ und „Hinter den Gärten“ gesellte sich in jüngster Zeit das Areal „Talaue“ hinzu, das kurze Wege in die Natur und in das Ortszentrum bietet.
Viele der Einwohner Häfnerhaslachs sind im lebendigen örtlichen Vereinsleben engagiert und treffen sich zur Gymnastik in der Häfnerhalle, zum Fußball auf dem Heiligenberg oder bei den Landfrauen in der Häfnerstube. Darin liegt auch der historische Ursprung des Namens des Kirbachtalortes „Häfnerhaslach“ begründet. Er wurde schriftlich erstmals im Jahr 1443 belegt und leitet sich von der Haselnussstaude, im Althochdeutschen „Hasel“, sowie der einst für den Hafnerberuf guten Erde des Ortes ab.
Obwohl Häfnerhaslach durch die zentrale Haltestelle am Dorfbrunnen über den Öffentlichen Personen-Nahverkehr gut an die nahen Großstädte Ludwigsburg oder Stuttgart angebunden ist, hat es sich mit seiner Lage im Naturschutzgebiet viel von seinem dörflichen Charme bewahrt. Die Dorfgemeinschaft trifft sich zu traditionellen Festen wie dem festlichen Budenzauber des Adventsmarkts rund um die Remigiuskirche, feiert mit dem Ruf „Spatza fliega“ und einem Zug durch den Ort gemeinsam Weiberfasching oder sitzt gemütlich bei der Sonnwendfeier auf dem Schelling zusammen.
Erstmals 1138 urkundlich erwähnt, hat sich Häfnerhaslach am Ende des Kirbachtales in seiner Abgeschiedenheit seinen ursprünglichen Charakter als Weinbau- und Waldgemeinde in reizvoller Umgebung weitgehend erhalten. Sein Name deutet auf das früher ansässige Hafnerhandwerk hin, das einst über 100 Handwerker hier ausübten. Die ganze Gemeinde gehörte einst zum Kloster Kirbach, fiel aber schon 1443 an das Haus Württemberg. Im Pfarrhaus war bis 1556 ein Beginenkloster untergebracht. Das Chorturmgewölbe der Remigiuskirche weist ein wertvolles Freskengemälde aus der Zeit um 1400 auf.
Im Zuge der Kommunalreform schloss sich Kleinsachsenheim 1971 mit Großsachsenheim zur neuen Stadt Sachsenheim zusammen. 1973 schlossen sich die Kirbachtalgemeinden Hohenhaslach, Spielberg, Ochsenbach und Häfnerhaslach der Stadt Sachsenheim an.
Jeder Stadtteil Sachsenheims hat sich bis heute seine eigene Identität erhalten. Seine Einwohner pflegen die Traditionen, ohne dabei die moderne Gesamtstadt aus den Augen zu verlieren - das macht das besondere Flair der Stadt Sachsenheim aus.