Im Eichwald in Sachsenheim erinnern drei historische Informationstafeln an die bewegte Geschichte dieses Gebietes. Die Tafeln wurden entlang des Flugplatzwegs nahe der Carrera-Straße aufgestellt und bilden einen so einen kurzen „Historischen Pfad Eichwald“. Besucherinnen und Besucher erhalten dort Einblicke in verschiedene historische Epochen, die das Gebiet zwischen 1939 und 1994 geprägt haben. Die Inhalte der Tafeln sind chronologisch gegliedert und beleuchten insbesondere die militärische und wirtschaftliche Geschichte des Eichwaldgebiets.
Die erste Tafel widmet sich der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Von 1942 bis 1945 gab es hier einen Militärflugplatz mit einer 1230m langen Betonstartbahn, wo gegen Ende des Krieges sogar ein paar der neuartigen Düsenflugzeuge (Me 262) landeten. Thematisiert wird auch das ehemalige Krankenlager für ausländische Zwangsarbeiter und der zugehörige Friedhof mit 667 Gräbern.
Auf der zweiten Tafel werden die Militär-Flugplatz-Ausbaupläne anfangs der 1950er-Jahre und der Übergang zur Nutzung des Geländes durch die US-Armee dargestellt.
Die dritte Tafel dokumentiert schließlich die Zeit von 1958 bis 1994 mit der Nike-Raketenbasis der US Army, den Planungen eines Nato-Fahrzeugdepots sowie die spätere Entwicklung des heutigen Gewerbeparks Eichwald.
Der Historische Pfad geht auf eine Initiative von Herbert Ade-Thurow und des Vereins für Heimatgeschichte Sachsenheim zurück. Bereits vor vielen Jahren entstand die Idee, die Geschichte des Eichwaldgebiets dauerhaft sichtbar zu machen und für die Öffentlichkeit zugänglich aufzubereiten. Ein wichtiger Unterstützer dieses Vorhabens war der damalige Hauptamtsleiter Gerhard Müller. Er setzte sich früh für das Projekt ein und erkannte die Bedeutung der historischen Aufarbeitung des ehemaligen Militärstandortes. Nach seinem Tod ruhte das Vorhaben zunächst, bevor es später erneut aufgegriffen und schließlich umgesetzt werden konnte.
Die Tafeln basieren auf langjährigen Recherchen und Projekten zur lokalen Geschichte. Ziel des „Historischen Pfades“ ist es, Besucherinnen und Besuchern die Zusammenhänge von Orten im Eichwaldgebiet näherzubringen und gleichzeitig an die Menschen und Ereignisse zu erinnern, die diesen Ort geprägt haben.