Sachsenheim liegt im malerischen Landschaftsschutzgebiet und Naturpark Stromberg-Heuchelberg, das von einer vielfältigen Landschaft geprägt ist, die Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bietet. Die Stadt Sachsenheim verfügt zudem über die größte Waldfläche (etwa 1.200 Hektar) und über den größten Flächenanteil des FFH- und Vogelschutzgebietes „Stromberg“.
In unserem Gebiet gibt es viele schützenswerte Lebensräume, wie zum Beispiel artenreiche Mähwiesen, Streuobstwiesen, zahlreiche Gewässer und verschiedene Waldtypen, die Heimat für viele, teilweise bedrohte Tier- und Pflanzenarten sind. Zu den erwähnenswerten Arten zählen unter anderem die Wildkatze, Gelbbauchunke, Rotmilan, Wiesenknopf-Ameisenbläuling, das Große Mausohr, die Bechstein-Fledermaus, Kammmolch, Wechselkröte, Steinkrebs, Groppe, Besenmoos und verschiedene Orchideen.
Der Schutz und die Pflege unserer Natur sind zentrale Anliegen der Stadtverwaltung. So unterstützt die Stadt Sachsenheim beispielsweise das Streuobstprojekt „StoP“ des OGV Sachsenheim sowie die Bachputzete an der Metter, die jedes Jahr vom Schwäbischen Albverein organisiert wird.
Der Erhalt der Artenvielfalt stellt eine der großen Herausforderungen unserer Zeit dar. Die Zerschneidung unserer Landschaft ist eine der Ursachen für den Rückgang vieler Arten. Daher hat sich das Land Baden-Württemberg das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Biotopverbund im Offenland zu verbessern. Ein Netzwerk von Lebensräumen soll entstehen, das den Austausch von Tier- und Pflanzenarten ermöglicht und die Ausbreitung gefährdeter Arten begünstigt.
Den Kommunen kommt dabei eine besondere Verantwortung zu. Die Stadt Sachsenheim startet 2025 mit der Durchführung einer Biotopverbundplanung. Die Erstellung und Umsetzung dieser Verbundplanung werden vom Land Baden-Württemberg gefördert. Als Partner konnte das Büro für Tier- und Landschaftsökologie Dr. Jürgen Deuschle gewonnen werden.
Im Rahmen der Planung finden in den Jahren 2025 und 2026 umfangreiche Geländeuntersuchungen zur Prüfung bereits bekannter geschützter Biotope sowie zur Identifizierung von Maßnahmenflächen statt. Die Mitarbeiter des Planungsbüros stehen Ihnen gerne für weitere Informationen zur Verfügung, wenn Sie ihnen im Gelände begegnen.
Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich aktiv am Naturschutz in Sachsenheim zu beteiligen. Ob durch ehrenamtliche Tätigkeiten, die Teilnahme an den öffentlichen Veranstaltungen der Biotopverbundplanung oder durch einen bewussteren Umgang mit unserer Umwelt – jeder Beitrag zählt!
Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass das Landschaftsschutzgebiet Stromberg-Heuchelberg und seine wertvollen Ökosysteme auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben.
Hier finden Sie Vereine und Organisationen, die sich schon lange für den Naturschutz in Sachsenheim stark machen!
Die Stadt hat an drei Standorten spezielle Laubboxen aufgestellt, die als Überwinterungshilfe für Igel und Insekten dienen. Eine dieser Boxen befindet sich im Stadtgarten, zwei weitere auf dem Friedhof Großsachsenheim.
Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, diese Boxen nicht zu bewegen, zu beschädigen oder mit Abfall zu verunreinigen. Sie sind ein wichtiger Beitrag zum Erhalt heimischer Tierarten, die zunehmend unter Lebensraumverlust und Nahrungsmangel leiden.
Warum unsere Hilfe so wichtig ist
In den letzten Jahren ist die Zahl der Igel in Deutschland stark zurückgegangen. Nach Schätzungen des Naturschutzbundes (NABU) leben in Deutschland heute bis zu 70 % weniger Igel als noch vor 30 Jahren. Ursachen sind der Rückgang naturnaher Gärten, zunehmender Straßenverkehr und der Einsatz von Pestiziden, die die Nahrungsgrundlage der Tiere vernichten.
Auch viele Insektenarten sind betroffen – laut einer viel beachteten Studie ist die Biomasse fliegender Insekten in Deutschland seit den 1990er Jahren um mehr als 75 % zurückgegangen.
Was Sie selbst tun können! Jede und jeder kann mit kleinen Maßnahmen helfen:
Schritt für Schritt-Anleitung zum Bau eines Igelhauses auf der Homepage von BUND:
Biologische Informationen zum Igel
Der Europäische Igel (Erinaceus europaeus) ist ein nachtaktives Säugetier, das sich hauptsächlich von Insekten, Würmern und Schnecken ernährt. Im Herbst frisst er sich eine Fettreserve an, um den Winterschlaf von etwa November bis März zu überstehen. Während dieser Zeit sinkt seine Körpertemperatur stark ab, und der Stoffwechsel wird deutlich reduziert.
Igel bevorzugen strukturreiche Lebensräume mit Hecken, Laub, Sträuchern und Verstecken. In aufgeräumten, versiegelten oder pestizidbelasteten Gärten finden sie kaum noch geeignete Lebensbedingungen.
Fazit: Mit einfachen Mitteln können wir alle dazu beitragen, den Igeln und Insekten durch den Winter zu helfen. Die Laubboxen sind ein kleiner, aber wirkungsvoller Schritt in diese Richtung – bitte helfen Sie mit, sie zu schützen und zu erhalten.
Naturschutzgebiete - dienen vor allem dem Erhalt von Lebensgemeinschaften oder Lebens stätten bestimmter Tier- und Pflanzenarten. In diesen Gebieten steht die Natur im Vordergrund. Aus diesem Grund wird das Betretungsrecht in den Gebieten eingeschränkt, d.h. zum Beispiel, dass das Verlassen der Wege verboten ist.
Naturdenkmale - sind Flächen bis zu 5 ha Größe oder Einzelgebilde, z.B. Bäume, welche die Naturschutzbehörde durch eine Rechtsverordnung unter Schutz stellt.
Landschaftsschutzgebiete - dienen dem Erhalt der Vielfalt, Eigenart oder Schönheit einer Landschaft. Dabei stehen der Mensch und seine Bedürfnis nach Erholung im Mittelpunkt. Sie schützen auch den Boden, Luft und Wasser als weitere Umweltgüter.
Mit steigenden Temperaturen fliegen im Frühling auch wieder die aus der Winterstarre erwachten Hornissen und Wespen. Damit es zu keinen Problemen beim Zusammenleben von Menschen und Insekten kommt, berät und informiert die Naturschutzbehörde des Landratsamts.
Insekten tragen zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts bei
Die Saison der Insekten beginnt Mitte bis Ende April und endet meist Anfang November. Dieser Zeitraum kann sich durch die Klimaerwärmung zunehmend nach vorne verschieben. Die Insekten fangen an, Nester zu bauen und Nahrung für den Nachwuchs zu sammeln – durch den zunehmenden Verlust natürlicher Nistmöglichkeiten, zum Beispiel alter Bäume mit Höhlen und naturnaher Gärten, sowie intensive Landnutzung und Bebauung fehlen den Insekten ihre natürlichen Lebensräume. Um in der durch den Menschen veränderten Landschaft dennoch überleben zu können, müssen sie in einigen Fällen auf Gebäude ausweichen. Hier kann es dann zu Berührungspunkten mit dem Menschen kommen.
Abstand halten zum Nest
In den meisten Fällen funktioniert ein friedliches, respektvolles Zusammenleben von Menschen und Tier sehr gut. Hornissen und Wespen verfüttern an ihre Brut vorwiegend andere Insekten. Damit sind die Tiere ein wichtiges Glied im Nahrungshaushalt, da sie zum Erhalt des ökologischen Gleichgewichts beitragen. Wer ein Wespen- oder Hornissennest entdeckt, muss vor allem eines tun: Zum Nest Abstand halten und Respekt vor den Tieren zeigen – denn auch friedliche Tiere wehren sich, wenn sie sich oder ihre Brut bedroht fühlen.
Es gibt zwölf verschiedene heimische Wespenarten
Wespen und Hornissen sind friedliche Tiere und außerhalb des Nestbereichs eher defensiv. Es gibt zwölf unterschiedliche heimische Arten von staatenbildenden Wespen, die sich sehr stark in ihrem Verhalten unterscheiden. Es ist lohnend, sich über die verschiedenen heimischen Wespenarten zu informieren. Für Interessierte stellt die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Ludwigsburg Infomaterial in Form eines Flyers bereit. Darin sind die häufigsten hier vorkommenden Arten beschrieben.
Der Flyer | PDF liegt auch im Kreishaus, Hindenburgstraße 40, Ludwigsburg, aus.
Untere Naturschutzbehörde beantwortet Fragen
Wer weitere Fragen zu den geschützten „Gästen auf Zeit“ hat, kann sich an die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts Ludwigsburg wenden. Hier finden Sie Informationen und Kontaktdaten. Wer das Fachberater-Team unterstützen möchte, kann sich hier melden.
Was tun mit einem Wespen- oder Hornissennest?
Das eigenständige Entfernen von Wespen- oder Hornissennestern ist in der Regel nicht erlaubt. Als wildlebende Tiere stehen Wespen unter Natur- und Artenschutz (§39 Abs.1 Nr.3 BNatSchG). Einige Wespenarten sowie die einheimische Hornisse genießen sogar einen besonders hohen Schutz (§44 Abs.1 Nr. 1 und 3 BNatSchG).
Ob eine Entfernung eines Nests notwendig ist, muss von einem Fachmann beurteilt werden. Wer eigenmächtig handelt, das Nest mutwillig zerstört, ausräuchert oder Gift einsetzt, riskiert eine Geldbuße. Auch das Verschließen des Einfluglochs ist keine gute Idee – oft finden die Tiere einfach einen anderen Weg nach draußen.
Nur in Ausnahmefällen ist das Entfernen oder Umsiedeln eines Nests zulässig. Dafür müssen „vernünftige Gründe“ vorliegen. Wenn Sie beispielsweise Allergiker sind, bei dem ein Wespenstich tödlich enden kann, kleine Kinder im Haushalt leben oder andere Tiere durch die Wespen bedroht werden, kann dies ein solcher „vernünftiger Grund“ sein. In solchen Fällen dürfen Wespen oder Hornissen umgesiedelt werden. Wespen- und Hornissenvölker sterben nach einer Saison ab. Überlegen Sie daher, ob Sie nicht mit einem Nest eine Sommersaison lang auskommen können. Im Winter können Einfluglöcher dann verschlossen werden.
Rufen Sie daher immer das Wespentelefon des Landratsamtes Ludwigsburg an.
Wespentelefon:
Das Wespentelefon ist in der Zeit vom 1. Juni bis 31. Oktober zu folgenden Zeiten erreichbar:
Montag bis Donnerstag von 13:30 bis 15:30 Uhr und Freitag von 9:00 bis 11:00 Uhr
Telefonnummer: +49 7141 144-2255 (aus technischen Gründen kann ein Freizeichen zu hören sein)
E-Mail an: wespentelefon(at)landkreis-ludwigsburg.de
Wissenswertes:
Viele Menschen sehen Wespen nur als „Plagegeister“, dabei sind diese Hautflügler ein unverzichtbarer Teil unseres Ökosystems. Ein Wespenstaat kann täglich bis zu 2 kg Insekten wie Mücken, Fruchtfliegen und andere Schädlinge vernichten. Wespen treten auch als Aasfresser in Erscheinung, da sie Eiweiß für die Aufzucht ihres Nachwuchses benötigen. Zudem dienen sie wiederum als Nahrungsquelle für andere Tiere und tragen so zum ökologischen Gleichgewicht bei. Eine weitere wichtige Funktion übernehmen sie als Blütenbestäuber.
Naturschutz | Landschaftspflege
Team Infrastruktur und Umwelt