Als 1934 reichsweit der „Kirchenkampf" eskalierte, wollten die Nationalsozialisten die evangelische Kirche unter einem regimetreuen Reichsbischof gleichschalten. Als Landesbischof Wurm unter Hausarrest gestellt und sein Amt durch eine kommissarische Kirchenleitung der „Deutschen Christen" ersetzt wurde, boykottierte die Mehrheit der württembergischen Pfarrer diese Anordnung. Auch der Kirchengemeinderat Großsachsenheim positionierte sich unmissverständlich: In einem Beschluss vom September 1934 stellte er sich „einmütig hinter den Landesbischof" und erklärte die Eingriffe für unrechtmäßig – die Gemeinde wolle „allein auf Gottes Wort gegründet" bleiben.
Eine Predigt über die „wahre Einheit der Kirche" brachte dem Pfarrer eine Anzeige bei der Gauleitung ein, der Vorwurf: er hetze „gegen die Straßen des Führers". Als beim „Handwerkertag" ein auswärtiger DC-Pfarrer den Hauptgottesdienst übernehmen sollte, weigerte sich der Kirchengemeinderat, ihm die Kanzel zu überlassen – die Erregung in der Gemeinde war so groß, dass sogar der Ortsgruppenleiter selbst die Rückziehung des DC-Pfarrers veranlasste. 1939 wurde zudem ein kirchlicher Gemeindeverein, der die Erneuerung der Kirche vorbereiten sollte, polizeilich aufgelöst.