Ein Mädchenchor für den Lagerarzt - Die Kirche und die Zwangsarbeiter

Sonderausstellung Museum: "Sachsenheim unterm Hackenkreuz"

Nahe dem Flugplatz Großsachsenheim bestand ab 1942/43 ein Krankenlager für erkrankte Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus West- und vor allem Osteuropa. Wenn Kranke dort starben, fiel die Beerdigung dem Ortspfarrer zu – unter denkbar schwierigen Bedingungen: Die Unterlagen zu den Toten waren dürftig, und was bei der Trauerfeier gesagt werden durfte, unterlag scharfer Zensur. Unter den Verstorbenen war auch Dr. Levi, der hauptverantwortliche, evangelisch getaufte Lagerarzt jüdischer Abstammung aus einer Schwarzwaldgemeinde, sowie ein niederländischer Student, der fern der Heimat an Tuberkulose starb – beide fanden auf dem Friedhof Großsachsenheim ihre letzte Ruhe. Dass der Mädchenchor der Gemeinde dennoch an diesen Gräbern sang, empfand der Pfarrer als besonders wertvollen Dienst der Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit – ein Moment, in dem die Kirche denen, die sonst niemand betrauerte, wenigstens im Tod Würde gab.

Der Lageplan zeigt ein Krankenhauslager mit nummerierten Gebäuden, die Verwendungszwecke wie Verwaltung, Wirtschaftsgebäude, Wachräume, Wasch- und Sanitäranlagen sowie Unterkünfte für leicht erkrankte Männer und Frauen und eine Isolierbaracke für Tuberkulosepatienten darstellen.

Früher: Skizze Krankenlager für ausländische Zwangsarbeiter 

Eine ländliche Landschaft mit einer Mischung aus Gras, dichtem Buschwerk und landwirtschaftlichen Feldern im Hintergrund, unter einem klaren Himmel.

Heute: Gebiet des ehem. Krankenlagers für ausländische Zwangsarbeiter 

Eine kunstvoll geschmiedete Toranlage steht zwischen alten Bäumen und einer Steinmauer, mit einem Kirchturm im Hintergrund.

Früher: Friedhof Großsachsenheim

Eine grüne Friedhofsanlage mit Reihen von Grabsteinen, üppig bepflanzt mit bunten Blumen und von Bäumen umgeben.

Heute: Friedhof Großsachsenheim