Nahe dem Flugplatz Großsachsenheim bestand ab 1942/43 ein Krankenlager für erkrankte Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus West- und vor allem Osteuropa. Wenn Kranke dort starben, fiel die Beerdigung dem Ortspfarrer zu – unter denkbar schwierigen Bedingungen: Die Unterlagen zu den Toten waren dürftig, und was bei der Trauerfeier gesagt werden durfte, unterlag scharfer Zensur. Unter den Verstorbenen war auch Dr. Levi, der hauptverantwortliche, evangelisch getaufte Lagerarzt jüdischer Abstammung aus einer Schwarzwaldgemeinde, sowie ein niederländischer Student, der fern der Heimat an Tuberkulose starb – beide fanden auf dem Friedhof Großsachsenheim ihre letzte Ruhe. Dass der Mädchenchor der Gemeinde dennoch an diesen Gräbern sang, empfand der Pfarrer als besonders wertvollen Dienst der Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit – ein Moment, in dem die Kirche denen, die sonst niemand betrauerte, wenigstens im Tod Würde gab.