1937 verlangte der württembergische Kultusminister von allen Pfarrern, die an Schulen Religionsunterricht erteilten, einen persönlichen Treueid auf Adolf Hitler. Zuvor war bereits die Behandlung des Alten Testaments im Unterricht verboten und abfällig als „Sammlung von Viehhändler- und Zuhältergeschichten" bezeichnet worden. Nur zwei Pfarrer im ganzen Dekanatsbezirk Vaihingen legten den Eid ab – alle anderen wurden daraufhin vom Religionsunterricht ausgeschlossen, kirchlicher Unterricht fand fortan in Großsachsenheim im Gemeindesaal statt. Als der NSDAP-Kreisleiter vor der NS-Frauenschaft in Großsachsenheim eine Rede gegen die Pfarrer hielt und sie als „Landesverräter" beschimpfte, verließ die Pfarrfrau unter Protest den Saal, zwei weitere Frauen gaben ihr Abzeichen der Frauenschaft ab und traten trotz massiver Drohungen aus. Ein stilles, aber deutliches Zeichen von Loyalität zur Kirche mitten in wachsendem Druck.